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Erdbeben in Sichuan: “Privat-Reporter” als wirksame Waffe gegen Geheimhaltung?

Die Nachrichten stehen noch ganz unter dem Eindruck des katastrophalen Wirbelsturms in Myanmar, und schon ereignet sich die nächste Katastrophe, das gewaltige Erdbeben in China in der Provinz Sichuan. Unglaublich, was in dieser Region gerade passiert.

Es ist sicher fragwürdig, da Vergleiche zwischen solchen Ereignissen anstellen zu wollen. Es gibt aber eine Parallele, die mich zum Nachdenken bringt. Das Regime in Myanmar lässt ja fast gar keine ausländische Hilfe zu und kontrolliert die Verteilung der spärlich ins Land kommenden Hilfsgüter. Mit den eigenen Mitteln kann das abgewirtschaftete Land aber seiner Bevölkerung nur völlig unzureichend helfen.

Die Regierung versucht, jeden ungewollten Informationsfluss zu ersticken. Nach den Demonstrationen im letzten Jahr ist die staatliche Kontrolle über das Internet in Myanmar noch verstärkt worden: Blogger hatten damals Informationen außer Landes geschickt, private Videos wurden über das Netz verbreitet.

In China gibt es auch keinen unzensierten Zugang zum Internet. Immer wieder sind gewisse Seiten nicht erreichbar, manche sowieso gar nicht. Trotzdem ist das Netz um einiges offener. Auf scobleizer.com kann man aber nachlesen, wie der Blogautor über Twitter schon von der Katastrophe gewusst hat, bevor CNN darüber berichtet hat: Weil Leute in China schon über das Erdbeben getwittert haben, als es gerade passierte “jesus! serious earthquake here in Chengdu!

China versucht diesmal nicht, die Ausmaße des Erdbebens geheim zu halten (wie bei dem großen Erdbeben von 1976) und lässt ausländische Hilfe zu. Eine Verheimlichung wäre aber auch gar nicht in dem Ausmaß wie in Myanmar möglich, solange man die Kommunikationsmittel nicht so drastisch einschränkt wie im Nachbarland. Und das hätte schon vorher passieren müssen.

Mai 14, 2008 - Verfasst von klohn82 | Internet, Kommunikation, Technik, Technologie, Uncategorized | , , , , , , , , | 5 Kommentare

5 Kommentare »

  1. Ein toller Bericht! - aktuell uns voll spannend. ES LEBE DAS BLOGGEN UND TWITTERN!! :)

    Kommentar von axinia | Mai 14, 2008

  2. *Tweet* *Tweet* ;-)

    Kommentar von klohn82 | Mai 14, 2008

  3. ich finde es fragwürdig, ob es so eine Geheimhaltung und Abgrenzung wie es gerade in Myanmar passiert, in der Zeit, in der wir leben, überhaupt noch geben darf!
    Da sterben Menschen, die von aller Welt gerettet werden kann und dann scheitert dies an der politischen Grenze zu dem Land, in dem diese Menschen leben!
    Sie werden quasi im Stich gelassen und wenn man nicht in den reichen Vierteln wohnt, ist einem der Tod sicher!
    Kann man hierbei eventuell von einer systematischer Bevölkerungsanpassung zur Wirtschaft des Landes sprechen???
    Die Menschen, die arm sind und nichts taugen, brauchen wir nicht? Da kommt so ein Wirbelsturm gerade rechtzeitig`?
    Eine Schande, dass man in so einer Situation nicht intervenieren und diese verfluchten Missstände übergehen kann
    Schlimm ist es auch, wenn ein Blogger bockiert wird vom Staat! Gut dass man bei uns (noch!) schreiben darf, was man will!

    Kommentar von rainbow_warrior | Mai 18, 2008

  4. Ich schließe mich hier voll und ganz rainbow_warrior an, und das die Wichtigkeit des Bloggens noch immer so verkannt wird oder besser gesagt dass es Zensuren aller Art noch immer gibt, zwar nicht bei uns aber in noch viel zu vielen Ländern auf unserer Welt - furchtbar!

    Kommentar von mshisha | Mai 18, 2008

  5. Ja, da ist noch ein weiter Weg zu gehen, zumal ja auch das Internet immer größer und breitbandiger wird, ists eigentlich eh fragwürdig wie da so eine starke Kontrolle ausgeübt werden kann - zumal gänzlich untergehn tun Nachrichten ja eh nie, oder?
    Zensur - no way!

    Kommentar von birdie32 | Mai 20, 2008

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