Überwachung oder: Warum man immer lächeln sollte

Foto: floze
Was auch immer man im öffentlichen Raum tut: Die Chance, dass man dabei beobachtet und auf Video aufgenommen wird, steigt ständig. Früher sind eigentlich nur in Geschäften Kameras montiert worden. Mittlerweile wird aber immer mehr überwacht: U-Bahn-Züge zum Beispiel, und ganze Plätze in Städten, das ist keine Seltenheit mehr. Die Polizei hat auch Zugriff auf diese Videos, um eventuell aufgenommene Verbrechen zu klären.
Und teilweise funktioniert das sehr gut, womit die Methode weiter Rückendeckung bekommt. So wie vor kurzem, als der Wiener Bezirksrat Natschläger auf offener Straße von 2 jungen Männern attackiert worden ist, einen Faustschlag ins Gesicht abgekriegt hat und nach einem äußerst unglücklichen Sturz einige Zeit später im Krankenhaus gestorben ist. Die Täter sind dabei gefilmt worden, danach ist ein Bild von ihnen veröffentlicht worden. Freunde haben die beiden auf den Fotos erkannt und dazu gebracht, sich der Polizei zu stellen.
Der Staat wird also weiter aufrüsten. Videoüberwachung wird immer günstiger, immer besser, ist immer leichter zu handhaben. Ich kann mir gut vorstellen, dass man in 20, 30 Jahren in den Großstädten kaum mehr einen Ort findet, wo man nicht gefilmt wird, außer in privaten Bereichen.
Hinter der Technik werden aber weiterhin Menschen stehen. Also wird es leider auch Missbrauch mit den Daten geben, soviel ist klar.
Die andere Seite sind die normalen “Bürger”. Und die rüsten genauso auf. Auf den eigenen Grundstücken kann man feste Anlagen verbauen, um Einbrecher immmer im Blick zu haben. Eine Handy-Kamera hat der Großteil der Leute mittlerweile sowieso immer dabei, für Schnappschüsse und auch richtige Videos. Plötzlich gibt es Mengen von “Leserreportern”, die den Zeitungen ihre Bilder schicken. Und auf Platterwatch.at sammeln sich die Überwachten, um jetzt selbst den Überwachungsstaat zu überwachen.
Und wohin führt das alles?
Da wären wir wieder beim altbekannten “Quis custodiet ipsus custodes?” – nämlich “Wer überwacht die Wächter?”
Ein uraltes Sprichwort der Römer, hat jedoch heute mehr Aktualität den je!
Ich hab schon wieder Minority Report vor Augen…den mit jeder neuen Nachricht aus diesem Technologiesektor kommen wir dem Gesellschaftsbild dieses Filmes immer näher!
Ich möcht nicht vor dem Stephansplatz in 10 Jahren mit biometrischer Datenerfassung gescannt werden! Das geht gefälligst keinen was an, wenn ich wieder mal auf nem heimischen Kulturtrip bin
PS: Die Kamera am Bild sieht irgendwie aus wie der Roboter aus “Nummer 5 lebt”
In England ist es schon seit Jahren so weit, dass beinahe alle Hochhäuser mehrfach mit den Kameras beobachtet werden. Als ich das letzte Mal in England war, habe ich mitbekommen, dass meine Freundin von ihrer Wohnung aus alle beiden Aufzüge und den Empfangsbereich des Hauses, in dem sie wohnt, beobachten kann. Ich brauche gar nicht zu erwähnen, dass das Haus zusätzlich rund um die Uhr von zwei Sicherheitsleuten beobachtet werden, die hinter einem kugelsicheren Glasbereich sitzen.
Zwar ist London selbst tagsüber unsicher, so viele Sicherheitsmaßnahmen sind dennoch zu viel.
Ganz abgesehen davon kann man nur in seltensten Fällen durch die Kameras die Identität der Kriminellen feststellen: so scharf sind die Bilder auch wieder nicht.
Hmmmm, irgendwie bringt mich das Thema voll zum Nachdenken.. Ich mein, einerseits ja, die Sicherheit steigt mit diesen Maßnahmen sicherlich, aber wo is die Grenze? Die Freiheit von einem jeden wird ja schon irgendwie eingeschränkt dadurch und sowas wie Privatsphäre wirds in ein paar Jahren wohl gar nicht mehr geben.. Ich würde sagen, wenn es so bleibt, wie jetzt, kann man noch damit leben, aber wohin läuft das ganze? Hui, ich werd hier langsam richtig philosophisch…
Grenzen bei dem Thema zu ziehen ist auch immens schwierig, das sieht man ja auch daran was dabei heraus kommt.
Definitiv richtig finde ich es, wenn sich jemand sein Eigentum schützen lassen will, also vor dem eigenen tor eime cam oder wie bei Banken auf den Bankomat gerichtet oder in den Filialen selbst, das denke ich ist auf jeden Fall erforderlich. Aber darüber hinaus – wo haben wir gefährdete Stellen, wo ist die Kriminalität, wieviele Verbrechen konnten überhaupt damit aufgeklärt werden?
Die Grenze ist wie schon gesagt einfach sehr schwer zu ziehn, aber viel wichtiger finde ich das es sich nicht verallgemeinern lässt auf welchen Plätzen man diese Kameras aufbaut. Die Kriminalität ist immer dort wo sich Risiko erwischt zu werden und der Nutzen aus der illegalen Handlung in einem bestimmten Verhältnis gegenüberstehen. Mit den Kammeras würde man also nur eine Verlagerung dieser Aktivitäten bewirken, es sei denn man würde sie Flächendeckend im ganzen bürgerlichen Handlungsfreiraum einsätzen. Dann jedoch kann man nicht mehr von einem Handlungsfreiraum sprechen und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem, wie die Katze die sich selbts in den Schwanz beist.