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Krebs durch Mobilfunkmasten? – Klage von Mobilkom gegen Studienautor

Foto: panoramafan / Hausmannstätten

Eigentlich ist das mal wieder eine eher unglaubliche Geschichte aus dem Bereich Handy und Gesundheit. Auch eine Studie kommt wieder vor, also bitte zurücklehnen und sich seinen eigenen Teil zu der Sache denken.

In Österreich hat von 1984 bis 1997 das sogenannte C-Netz, ein analoges Mobilfunknetz, existiert – einer der Vorläufer des digitalen GSM-Standards (2D). Damals wie heute hat es auch Bedenken gegen Strahlung von den “Handymasten” gegeben.

Offenbar ist es auf dem Gebiet der Gemeinden Hausmannstätten und Vasoldsberg (südlich von Graz in der Steiermark) zu dieser Zeit zu einer hohen Anzahl von Krebserkrankungen gekommen. Als Auslöser kam für viele Bewohner ein Sender im Ort in Frage – offenbar eine C-Netz-Mobilfunkanlage.

Aufgrund des vermuteten Zusammenhangs wandte man sich an den Salzburger Mediziner Gerd Oberfeld. Der erhielt den Auftrag, eine Studie wegen eventueller gesundheitlicher Auswirkungen des Mastens für die Jahre 1984-1997 durchzuführen. Das war 2005.

Das Ergebnis der Studie ist erschütternd: Gerd Oberfeld konnte einen direkten Zusammenhang zwischen der erhöhten Rate an Krebserkrankungen und dem C-Netz-Masten wissenschaftlich nachweisen.

Allerdings sind die Methoden des Mediziners nicht unumstritten: Von insgesamt 2 Tumorerkrankungen schließt Oberfeld auf ein 121 mal erhöhtes Krebsrisiko. Die Strahlung, die auf die Einwohner eingewirkt haben soll, ist von ihm mittels einer Amateurfunkanlage, die in einem ähnlichen Frequenzband wie das C-Netz arbeitet, ermittelt worden. Oberfeld geht auch davon aus, dass die Mobilfunkanlage von November 1984 bis Ende 1997 in Betrieb war, länger als irgendwo sonst in Österreich und auch über die Abschaltung des C-Netzes (August 1997) hinaus.

Neben den anderen Mobilfunk-Unternehmen in Österreich wehrt sich auch die Mobilkom als ausgemachter Betreiber gegen die Studien-Ergebnisse. Unter anderem mit der Feststellung, dass der fragliche C-Masten nie existiert hat. Das will die Mobilkom auch vor Gericht beweisen. Unter anderem mit einer Luftbildaufnahme des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen vom 4. Oktober 1989, auf der die Anlage nicht zu erkennen ist. Auch weitere Dokumente und eidesstattliche Aussagen von Zeitzeugen bestätigen das.

Gerd Oberfeld ist übrigens als Handy-Gegner kein Unbekannter, ein Streiter gegen Elektrosmog und für die Gesundheit der Menschen. Das Land Steiermark scheint seiner Expertise jedenfalls nicht mehr uneingeschränkt zu vertrauen, die Studie zu den Gemeinden Vasoldsberg und Hausmannstätten ist nicht mehr online..

Edit: Hier kann man die Geschichte der Studie und der Klage ganz genau nachlesen.

Juni 24, 2008 - Verfasst von klohn82 | Gesundheit, Handy, Leben, Mobiltelefon, Technik, Technologie | , , , , , , , , , , | 7 Kommentare

7 Kommentare »

  1. Interessant. Bis jetzt konnte es ja nicht nachgewiesen werden, dass es gesundheitschädlich ist. Ist das der erste Nachweis in Österreich?

    Kommentar von tvdame | Juni 24, 2008 | Antworten

  2. Mit Nachweisen, dass Handys und Handymasten wirklich gesundheitsschädlich sind, siehts dünn aus. Im Nachhinein stellen sich die schnell mal als falsch heraus.

    Kommentar von klohn82 | Juni 24, 2008 | Antworten

  3. Na ja, es gibt eine Tendenz, wo die Konzerne/Firmen usw. fast immer Recht bekommen. Nicht, dass sie nicht recht haben – mag ja sein – aber so stark sie immer um ihre Rechte kämpfen und dann noch gewinnen macht mich nachdenklich!

    Kommentar von tvdame | Juni 24, 2008 | Antworten

  4. Allerdings, gute Anwälte können die sich sicherlich leisten..

    Kommentar von klohn82 | Juni 25, 2008 | Antworten

  5. Da hat Mobilkom auch Recht, würde ich mir auch nicht gefallen lassen wenns nicht stimmt, aber man muss auch dazu sagen, dass es immer eine Studie gibt die als exemplarisch herausgenommen wird und allen Leuten wird dann damit Angst gemacht, aber weiviele andere Studien das Gegenteil beweisen ist schnuppe? Da könnte man schon mal sagen, es sit nicht gut nur eine Studie zu dem Thema hervorzukramen sondenr die Fülle der informationen und auch anderen Studien berücksichtigen und Ergebnisse angleichen und vergleichen – das würde man wissenschafltiches arbeiten nennen.

    Kommentar von birdie32 | Juni 26, 2008 | Antworten

  6. Ich weiß nicht ob man da zwingend gut Anwälte braucht, denn den Nachweis zu erbringen, dass die Strahlen wirklich der Auslöser sein könnten, ist wohl ziemlich problematisch. Und vor Gericht zählen nun mal nur Fakten, und keine Annahmen.

    Kommentar von Glioblastom | Juli 1, 2008 | Antworten

  7. Dass viele Studien verfälscht werden, ist eh klar. Allerdings fragt man sich, was der Sinn und Zweck einer Verfälschung ist. Irgendwie ist es sehr beunruhigend zu wissen, wozu Menschen fähig sind.
    Es bleibt zu hoffen, dass es doch genug Menschen mit Gewissen gibt.

    Kommentar von katisommer | Juli 7, 2008 | Antworten


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