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Reaktionen auf Redings Pläne zur Senkung der SMS-Roaming Gebühren

Foto: Ali-baba / Soll am freien Markt über Roaming-Preise entschieden werden?

Zirka eine Woche hat es gedauert, bis das Thema SMS-Roaming noch einmal breiter in der Presse aufgearbeitet worden ist und die Mobilfunker ihre Reaktionen zum Thema öffentlich gemacht haben.

Viviane Reding, die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, beschreibt in einem Interview mit dem Standard nocheinmal ihren Standpunkt, dass die momentan gültigen Preise viel zu hoch sind. Laut Reding sind im Durchschnitt 97 Prozent von den Kosten, die den Kunden für ein SMS im Ausland verrechnet werden, direkter Gewinn für die Provider. Da EU-weit jedes Jahr 2,5 Milliarden SMS ins Ausland geschickt werden, ist das natürlich ein Bombengeschäft.

Reding ist überzeugt, dass Eingriffe seitens der EU-Komission in diesem Bereich viel Gutes bewirken und letztendlich nicht nur die Kunden, sondern auch die Unternehmen profitieren. Durch die (von ihr durchgesetzte) Regulierung der Gebühren für Auslandsgespräche am Handy sollen die Erträge der Mobilfunker letztlich sogar um 14 Prozent gestiegen sein, weil jetzt viel mehr grenzüberschreitend telefoniert wird. Als nächstes will Reding nun die Preise für Daten-Roaming genauer unter die Lupe nehmen und über den Sommer beobachten.

Andere Zahlen scheinen Boris Nemsic vorzuliegen, dem Chef der Mobilkom. In einem Interview vom 07.07 meint er, dass sein Unternehmen durch die Deckelung der Roaming-Gebühren in diesem Bereich im letzten Jahr 20% weniger verdient hat. Außerdem soll trotz niedriger Preise nicht mehr telefoniert worden sein. Bei der Mobilkom ist man also nicht sehr glücklich mit EU-verordneten Preisen. Dabei hat Reding A1 jetzt sogar ausdrücklich gelobt, weil man dort mit dem Grenzenlos Paket als einziger Anbieter 100 Roaming-SMS für 10 Euro anbietet.

Laut Presseaussendung will die Mobilkom jedenfalls lieber den freien Markt über künftige Roaming-Preise entscheiden lassen. Die Kunden sollen weiterhin selber den für sie günstigsten Tarif selbst auswählen. T-Mobile sieht durch die Regulierungen ebenfalls den Wettberwerb unter den Providern gefährdet, wenn die geforderten Roaming-Preise teilweise sogar niedriger sind als die für Inlands-SMS veranschlagten. Bei One weist man auf die hohen Roaming-Einkaufspreise hin, und will -darüber sind sich alle Anbieter einig- ebenfalls lieber darauf vertrauen, dass der Markt die Preise nach unten regelt.

Juli 16, 2008 - Verfasst von klohn82 | Handy, Kommunikation, Leben, Mobiltelefon | , , , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

4 Kommentare »

  1. Man sieht ja anhand vom Beispiel Mobilkom dass es auch ohne große Regelungen seitens der EU funktioniert und da gebe ich den Anbietern Recht, da mischt sich die EU einfach zu sehr ein in einen Markt, der selbstständig agieren sollte. sicher kann man es auch seitens der Verbraucher verstehen, dass hier vor allem günstige Lösungen gewünscht werden, aber ich dneke man sollte hier kompromissbereiter sein und die forderungen der Kommissarin sind auch wirklich arg. Besser wäre es wenn nun andere Anbieter auch nachziehen würden, dann wären keinerlei Massnahmen nötig.

    Kommentar von birdie32 | Juli 21, 2008 | Antworten

  2. Naja, ich denke schon, dass da bei den Preisen noch etwas geht. SMS verursachen einfach nur sehr geringen Aufwand und sehr wenig Netzlast.

    Kommentar von klohn82 | Juli 22, 2008 | Antworten

  3. Für uns Konsumenten ist es ja besser, je niedrig der SMS-Preis ist.
    Mal sehen, wie sich diese Problematik entwickeln wird. Die Diktatur von der EU scheint nicht immer Konsumentenfeindlich zu sein ;)

    Kommentar von katisommer | Juli 23, 2008 | Antworten

  4. Is hier momentan glaub ich auch noch schwer zu sagen. Wenn jemand in die freie Marktwirtschaft eingreift – egal in welcher Weist – gibt es immer jemanden, der aufschreit, was auch klar ist, schließlich wollen wir unsere Freiheit.. andererseits ist es in diesem Falle schwer zu sagen, ob es eine einmalige Notwendigkeit war oder ob das nur der Anfang ist.

    Kommentar von Jonas | Juli 25, 2008 | Antworten


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