Mein Handy bloggt!

Handy-Ortung über das GSM-Netz: Missbrauchsfälle häufen sich

Foto: vukovicbo / Klassische Detektive bald ohne Arbeit, weil jeder selbst überwacht?

Momentan gibt es vor allem in Deutschland laufend schlechte Nachrichten für die Menschen, die ihre Gespräche und sonstige Telefon-Daten geheim halten wollen. Die deutsche Telekom ist mitten in der Aufarbeitung einer weitreichenden Bespitzelungs-Affäre, Journalisten und hauseigene Manager sind in großem Stil abgehört worden.

In Deutschland wird auch fleißig Handy-Ortung über das GSM-Netz für Privatkunden beworben. Dabei wird die Position eines Handys zwischen verschiedenen Funk-Masten ermittelt. In Ballungsräumen ist die Genauigkeit relativ hoch (~50 Meter), am Land weniger (Genauigkeit teilweise nur auf mehrere Kilometer genau).

Dabei muss man sich bei einem Anbieter registrieren, der das Service anbietet. Der schickt einem dann eine SMS auf das zu ortende Handy, die man bestätigen muss. Danach kann man dann abfragen, wo sich das registrierte Handy befindet – wovon der Nutzer dieses Telefons aber nichts merkt.

Leider kann sich aber im vertrauten Bereich oft sehr leicht jemand Zugang zum Mobiltelefon eines anderen verschaffen: Jemand glaubt vielleicht, seine Freundin betrügt ihn, und in einem unbeobachteten Moment registriert er ihr Handy bei so einem Dienst. Er schickt das Bestätigungs-SMS und löscht die Benachrichtigung. Danach kann er seine Freundin problemlos überwachen, ohne dass sie je davon etwas erfährt. Auch viele Kinder dürften schon unter ständiger Beobachtung ihrere Eltern stehen – Schulschwänzen spielts da nicht mehr so leicht.

Arbeitgeber können so natürlich mit Diensthandys problemlos ihre Angestellten heimlich überwachen. Wer so einen Gedanken für abwegig hält, den verweise ich gerne auf die Affäre rund um die deutsche Telekom.

In Österreich können Privatleute nicht auf solche Services zugreifen. Technisch ist die Handy-Ortung über das GSM-Netz natürlich auch bei uns möglich, und wird auch praktiziert, etwa im Auftrag der Polizei. Der große Datensammler Google startet jetzt übrigens ein neues System zur Standortbestimmung über das GSM-Netz, das unabhängig von Verträgen mit Handy-Providern und weltweit funktionieren wird – neue Möglichkeiten für Missbrauch zeichnen sich ab, wenn auch Dritte an die ermittelten Daten kommen.

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Juni 3, 2008 - Posted by | Handy, Leben, Mobiltelefon, Technik, Technologie | , , , , , , , , ,

8 Kommentare »

  1. ja, toll, gibts bei uns noch nicht…aber wie wir alle wissen, kommen alle (negativen) Neuerungen aus Deutschland und Amerika, seien es technische oder juristische, früher oder später doch zu uns (Nichtrauchergesetz, Fingerabdruck im Reisepass…)
    Jedoch wird sich bei solchen Neuerungen die Anzahl der Missbrauchsfälle in die entgegengesetzt erwartete Richtung begeben. Toll, nur weiter so, wir sind am Besten Weg eine Gläserne Gesellschaft zu werden! Schön langsam habe ich vom Fortschritt die Nase voll! Wenn man die guten und die schlechten Aspekte miteinander abwiegt, stehts in den meisten Fällen sowieso 99 zu 1 für die Schlechten!

    Kommentar von rainbow_warrior | Juni 9, 2008 | Antwort

  2. wenn man einem täter auf die spur kommen möchte, dann kann das ja schon sehr nützlich sein. doch für privatpersonen find ich das schon zu übertrieben. eine bestimmte privatsphäre darf man ja wohl noch haben??
    ich bin nur froh, dass dies in österreich nicht erlaubt ist. nicht dass ich etwas zu verbergen hätte :), doch es hat einfach niemanden zu interessieren wo ich mich gerade aufhalte.

    natürlich hat es auch sehr viele positive aspekte, wie zB bei kleinkindern find ich es wieder sehr nützlich, da man auf die kleinen nachwüchse als eltern sehr viel acht geben muss…

    Kommentar von Lisbet30 | Juni 9, 2008 | Antwort

  3. ich finds wirklich ein wenig krank wenn man so eine software um leute zu finden auf lustig bei den jamba spar abos findet und die jugendlichen sich das ernsthaft kaufen um ihre freunde zu beobachten wo die grad sind.
    allerdings was ich weiß muss bei der software noch der andere zustimmen quasi, damit es funktioniert.
    aber trotzdem sick, sick, sick, sick!

    Kommentar von mshisha | Juni 29, 2008 | Antwort

  4. oft wird einem die sicherheit bei solchen gadgets ja vorgetäuscht. aber hinter der fassade kann jede privatperson auch ausspioniert werden, und die oben erwähnt gläserne gesellschaft sieht ja nun nicht nach einer utopie aus. ich hoffe auch hier, dass sie dateschützer samt ihrer großen unterstüzung von leuten eingreifen uond ihr bestes geben. oft kann man dagegen eh nichts machen. aber besser aktiv dagegen sein als passiv wegschaun und diese neuen sachen ignorieren!!

    Kommentar von herzdame | Juni 29, 2008 | Antwort

  5. Das ist ja richtig kriminell. Ich glaub, dass Frauen oft viel eifersüchtiger sind als Männer, da wird man von seiner Partnerin ja womöglich überwacht, und merkt nichts davon. In was für einer Welt leben wir eigentlich, selbst wenn man nicht überwacht wird, die Möglichkeit besteht, da kann man ja nie sicher sein unbeobachtet zu sein.

    Obwohl Wege gäbe es schon das Ganze zu täuschen, weil man weiß ja dann nur wo das Handy ist dh das Handy könnte ja dann getrennt von der Person irgendwo sein, aber das sie einen zwingen auf diese Art zu denken ist schon mies.

    Kommentar von Felix23 | Juli 31, 2008 | Antwort

  6. Heute war 2 mal jemand mit der Such-Kombination „handy freundin überwachen“ auf meinem Blog.. 🙂

    Kommentar von klohn82 | Juli 31, 2008 | Antwort

  7. na wumm! Wenn man bedenkt wieviel Prychos rumlaufen ist das ja schon ganz schon beängstigend! Wie oft gibts denn die Fälle, wo man von Exfreundin beziehungsweise Exfreund ohnehin schon terrorisiert wird, jetzt kommt auch noch das!

    Kommentar von Melli | August 1, 2008 | Antwort

  8. hallo gibt es eine möglichkeit zu schauen ob sein eigenes handy registriert ist? weiss ni´cht ob meine freundin sowas bei mir gemacht hat. hab da ein verdacht würde mich freuen von euch hilfe zu bekommen danke und gruss

    Kommentar von syd81 | September 3, 2008 | Antwort


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